Welche Aufgaben hat die Abteilung Sales & Trading?

Bisher haben wir nur über Händler gesprochen. Es gibt jedoch eine Vielzahl verschiedener Funktionen, die das Sales & Trading-Team ausmachen, und jedes davon ist auf seine eigene Art von wesentlicher Bedeutung für die Prozessabläufe. Schauen wir uns doch zunächst einmal den Sales-Bereich genauer an.

Sales/Vertrieb

Die Sales-Mitarbeiter sind allgemein auch unter dem Begriff Börsenmakler oder „Dealer” (Händler) bekannt. Ihr Job besteht hauptsächlich darin, bestehende oder potenzielle Kunden zu kontaktieren und ihnen passende Finanzprodukte zu verkaufen (z. B. Aktien und Anleihen – siehe „Bänkisch” für detaillierte Erläuterungen). Dabei liegt die zentrale Herausforderung darin, eigene Kundengeschäfte aufzubauen.

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Während der gesamten Öffnungszeit des Marktes haben sie das Telefon am Ohr, oft für einige Stunden. Mit wem sie dabei sprechen? Nun ja – je nachdem können dies die unterschiedlichsten Kunden sein:

  • Institutionelle Anleger
  • Pensionsfonds-Manager
  • Hedgefonds-Manager (siehe ”Bänkisch" für eine genaue Definition)
  • High Net Worth Individuals (sehr vermögende Privatpersonen).

Das Hauptziel der Sales-Spezialisten ist, Kundenaufträge zu generieren und entgegenzunehmen, für welches Produkt auch immer sie sich entscheiden. Anschließend leiten sie die Aufträge an die Händler weiter, die den Handel dann durchführen. Außerdem arbeiten sie eng mit den Händler und dem Forschungsteam zusammen, um neue Handelsstrategien zu entwickeln und das Kapital der Bank zu erhöhen, indem sie neu herausgegebene Anleihen und Anteile bei den Anlegern platzieren.

Trading/Handel

Jetzt sind wir bei dem, was jeder kennt: Den Leuten, die das eigentliche Kaufen und Verkaufen auf dem Finanzmarkt übernehmen. Mittels einer Reihe von Monitoren, auf denen die Bewegungen von Aktien, Anleihen, Gütern und anderen Finanzprodukten abgebildet werden, haben sie Zugriff auf den Markt.

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Minutengenau bekommen sie Neuigkeiten oder die Ergebnisse von Recherchen auf den Schirm, so dass sie im richtigen Moment einen Knopf drücken können, um von ihnen verfolgte Produkte zu kaufen oder zu verkaufen. Gelingt es ihnen, zu einem niedrigen Preis zu kaufen und zu einem wesentlich höheren Preis zu verkaufen, sind sie die Gewinner des Tages. Umgekehrt wird die Sache dann eher ungemütlich…

Händler wenden viele verschiedene Strategien auf, um Verkäufe zu erzielen. Einige davon sind:

  • kurzfristige Gewinne – dabei nutzen die Händler ihr Expertenwissen, um am Markt zu gewinnen.
  • langfristige Gewinne – Investitionen tätigen und halten, um eine bestimmte Rendite über einen gewissen Zeitraum zu erhalten.
  • Risikomanagement-Strategie – auf bestimmte Investitionstypen setzen, um ein vorhergesagtes Risiko auszugleichen und das Portfolio in Balance zu halten.

Research/Forschung/Entwicklung

Die Research-Funktion variiert von Bank zu Bank. Die dortigen Mitarbeiter sitzen und arbeiten oft direkt mit dem Vertrieb zusammen und präsentieren ihre Ergebnisse hinsichtlich der zu erwartenden Performance unterschiedlicher Märkte. Auf höherer Ebene sind sie dazu an der Gestaltung und Preisfindung für neue Finanzprodukte, die das Vertriebsteam den Kunden anbieten soll, beteiligt.

Structuring/Strukturierung

In vielen Banken ist dieser Bereich eine relativ neue Ergänzung zum Bereich Sales & Trading. Man findet hier einen großen Zulauf an Absolventen. Strukturierer kooperieren eng mit dem Salesteam, um die Bedürfnisse von Kunden mit sehr komplexen oder spezifischen Anforderungen zu verstehen. Daraufhin strukturieren sie Geschäfte, so dass diese optimal auf die Ansprüche des Kunden zugeschnitten sind, und gestalten manchmal im gleichen Zug neue Finanzprodukte. Strukturierte Produkte können eine ganze Bandbreite an verschiedenen Wertpapieren inklusive Aktien, Anteilen, Handelswaren oder Derivaten enthalten – alle nach Kundenwunsch verpackt.

Das waren also zusammengefasst die Fakten über die einzelnen Funktionen. Wenden wir nun unsere Aufmerksamkeit einigen der Schlüsselbereiche zu, in denen die Teams verkaufen, verhandeln oder entwickeln.

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Equity (Eigenkapital)

Anleger kaufen und verkaufen Eigenkapital (oder Anteile) eines Unternehmens basierend darauf, in welche Richtung sich der Aktienkurs ihrer Meinung nach bewegen wird. Hierbei spielt Research eine wichtige Rolle: Sie analysiert die vergangenen Ergebnisse des Unternehmens und macht eine Vorhersage bezüglich der künftigen Performance, dabei hat sie parallel ein Auge auf Branchentrends und wie diese sich auf die Finanzen des Unternehmens auswirken könnten.

Jede Information, die die künftige finanzielle Performance eines Unternehmens beeinflussen könnte, kann eine Welle schneller Kauf - und Verkaufsaktivitäten zur Folge haben.

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Debt (Verbindlichkeiten)

Banken kaufen und verkaufen Verbindlichkeiten vor allem in Form von Anleihen. Anleihen werden von Regierungen oder Unternehmen ausgegeben, um die finanzielle Situation ihrer Institution zu verbessern. Im Normalfall sind sie über einen festen Zeitraum von beispielsweise 5 oder 10 Jahren ausgelegt. Daher werden Anleihen als eine eher langfristige Investitionen verstanden, gerade im Vergleich zum Eigenkapital. Anleger erhalten reguläre Zinszahlungen, bis die Anleihe fällig wird und die Verbindlichkeit zurückgezahlt ist.

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Money markets (Geldmärkte)

Bei Geldmarktgeschäften werden große Geldsummen für kurze Zeiträume verliehen – das kann ein Tag sein, eine Woche oder auch etwa drei Monate.

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Foreign exchange (Devisen)

Der Handel mit Devisen (die auch als forex oder FX (foreign exchange) bekannt sind) ist für viele multinationale Unternehmen sehr wichtig. Ein typisches Beispiel hierfür ist, wenn ein Kunde Fremdwährung zu einem garantierten Preis in etwa sechs Monaten kaufen will. Warum? Weil er dafür einen Anbieter bezahlen muss, der im jeweiligen Land ansässig ist und er das Schwankungsrisiko auf dem täglichen Devisenmarkt umgehen will. Kunden können diese Methode einsetzen, um Risiken abzuschwächen.

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Derivatives (Derivate)

Derivate sind Finanzprodukte, deren Wert sich nach einem erwarteten zukünftigen Preis eines Basiswerts (typischerweise Eigenkapital, Verbindlichkeiten oder Währung) richtet. Ein Beispiel: Sie wollen Anteile eines Unternehmens kaufen. Der Währungsmarkttrend suggeriert einen Anstieg des Anteilspreises in sechs Monaten. Die Lösung könnte sein, eine nicht-verpflichtende Option zu kaufen, um die Anteile in sechs Monaten kaufen zu können, jedoch zum derzeitigen Preis (mit einem geringfügigen Aufschlag). Sollten die Preise nicht steigen, verkaufen Sie lediglich die Option, nicht die Anteile selbst. Andere übliche Formen von Derivaten sind Termingeschäfte und Swaps (Tauschgeschäfte).

Ich liebe Sales und verkaufe leidenschaftlich gerne! Als Verkäufer ist man ganz vorne dabei und hilft Kunden wie Händlern weiter. Es gibt immer Freiräume, um sich zu verbessern, Lösungen zu finden und über sich hinauszuwachsen. Besonders motivierend ist es, Angebote zu perfektionieren, Vertrauen bei den Kunden aufzubauen und sie dabei zu unterstützen, das Geschäft abzuschließen.

Babur, Sales Analyst, London

Ich arbeite in der Abteilung Equity Research. Wir haben eine ganze Fülle an Unternehmen, für die wir arbeiten. Unsere Aufgabe ist es, über Unternehmen einer bestimmten Branche gründlich zu recherchieren, auf dieser Basis Investitionsstrategien (z. B. Kaufen/Verkaufen/Halten) zu entwickeln und diese Investitionsvorschläge schließlich den Kunden und unseren Vertriebskollegen zu kommunizieren. Einer der großartigen Aspekte meiner Arbeit ist, dass ich viele verschiedene Rollen einnehme.

Der Job deckt vieles ab – angefangen bei der Erstellung von Finanzmodellen und der Prüfung von Kontoauszügen bis zur Recherche im Hinblick auf thematisch breit gefächerte Angelegenheiten, die für die jeweilige Branche von Bedeutung sind. Außerdem spreche ich mit Anlegern, nehme an Konferenzen teil und stehe in ständigem Kontakt mit Unternehmen, um ein Verständnis dafür zu entwickeln wie sie arbeiten, welche Strategien sie anwenden und was ihre Ansichten sind.

Devin, Equity Research Associate, New York